Dienstag, 16. Dezember 2014

DIY...ein alter Hut?

Ist der DIY Trend überholt? Muss es mir peinlich sein, wenn ich etwas Selbstgemachtes zu Weihnachten verschenke? Wahrscheinlich ziehst Du jetzt die Augenbrauen hoch und fragst Dich, wie jemand auf so eine Fragen kommt und gleichzeitig einen DIY Blog betreibt.

Wenn man dem Artikel in der Cosmopolitan , von der Autorin Julia Rotherbl Glauben schenkt, dann kannst Du Dir an Weihnachten eigentlich keinen schlimmeren Fauxpas erlauben, als dass Du etwas Selbstgemachtes verschenkst. In der Ausgabe Januar 2015 beschwert sie sich darüber, dass sie nur noch DIYs von ihren Freunden geschenkt bekommt. Und findet Häkeln, Nähen und Stricken einfach nur spießig und unemanzipiert. Zum Schluß droht sie ihrer Freundin sogar, es ihr mit gleicher Münze heimzuzahlen und ihr etwas Selbstgemachtes zu schenken. Damit sie weiß, wie man sich damit fühlt. Ich zitiere aus dem Originaltext: „Nämlich so, als würde man sich ständig mit einem Typen sehen lassen müssen, den man total abtörnend findet.“ Unter dem Titel „Schluss mit Stricken“ kannst Du es nachlesen. Leider ist der Beitrag auf der Homepage nicht verfügbar.

Natürlich sind nicht alle DIYs ein Kunstwerk. Die unbeholfenen Basteleien von den Kindern aus der Kindergartenzeit stehen auch bei mir recht weit hinten in der Vitrine. Aber meine Freundin Andrea beschenkt mich regelmäßig mit wundervollen Sachen: einer Vasenhusse, umhäkelte Blumentöpfe oder mal eine leckere Pastasoße. 



 
Ich weiß, wenn sie die Sachen für mich macht, dass sie dabei an mich denkt und mir eine Freude machen möchte. Sie kennt mich und weiß, dass ich individuelle Dinge mag und nicht so gerne koche. Das ist für mich ein riesengroßer Freundschaftsbeweis.
Mein Mann bekommt jedes Jahr zu Weihnachten selbstgestrickte Socken von meiner Großmutter. Er freut sich riesig darüber und trägt sie das ganze Jahr, auch im Sommer.
Ich selbst verschenke gerne kleine Holzarbeiten, die der Beschenkte sinnvoll nutzen kann.

Deshalb glaube ich nicht, dass der DIY Trend am Aussterben ist. Warum boomen denn sonst Seiten wie Roombeez von OTTO? Da werden so wundervolle DIYs gezeigt und ich würde mir einen Loch in den Bauch freuen, wenn ich eins davon geschenkt bekommen würde. Sogar Anleitungen von Möbeln findet man dort. Oder wie man alte Sperrmüllfunde pimpen kann.

Mir macht es Spaß, Dir meine DIY zu zeigen und freue mich immer, wenn sie Dir auch gefallen. Oder ist es spießig Abends auf der Couch einen Schal für den Liebsten zu stricken? War es Dir schon mal peinlich, als Du etwas Selbstgemachtes geschenkt bekommen hast und Du nicht wusstest, was Du damit anfangen sollst? Deine Meinung würde mich brennend interessieren und ich freue mich auf eine kleine Diskussion.

Kommentare:

  1. Hallo ,
    also ich kann der Dame nicht zustimmen ... ich finde grad in den letzten Jahren boomt die DIY "Szene" und ich finde es schön selbstgemachtes zu bekommen bzw auch zu verschenken ...
    Ich verschenke aber nicht an jedermann ... nur an die Leute bei denen ich weiß das sie meine Sachen auch schätzen und sie nicht in der Schublade liegen !
    Mmmh ich überlege grade ob ich schon mal was bekommen habe das ich nicht benutzt habe ? Fällt mir eigentlich nichts ein!
    GLG Silke

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  2. Vielleicht hat die Cosmopolitan ja den Auftrag die Wirtschaft anzukurbeln. Ich mag selbst hergestelltes sehr viel mehr als selbst gekauftes.Sogar das selbstgebastelte von Kindern:))))))))))))))LG Xeniana

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  3. Gerade von meinen Kindern will ich gar nichts selbst gekauftes, dann lieber gar nichts. Früher habe ich Cosmopolitan mal gern gelesen, aber inzwischen spricht sie mich gar nicht mehr an, sie ist so zickig zimperlich und überkanditelt geworden. Halt was für Tussis.

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  4. So einen Quatsch kann nur jemand schreiben, der "zwei linke Hände" hat! ;-)
    Meine Freundinnen wären jedenfalls ziemlich enttäuscht, wenn ich ihnen nichts Selbstgemachtes schenken würde!
    Lieben Gruß, Heike

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  5. Ich lese die Cosmopolitan seit meinem 14. Lebensjahr, aber in den letzten Jahren sprechen mich die Beiträge immer weniger an. Und ich finde den Beitrag der Autorin einfach nur undankbar. Gekauft hat man schnell etwas, vielleicht auch noch ein Billigprodukt aus China. Aber etwas Persönliches selber machen, kostet Zeit und Überlegungen.
    Vielleicht sollte mein Vorsatz fürs nächste Jahr sein, dass ich die Cosmopolitan endlich abbestelle und lieber ein schönes DIY Magazin abonniere. Meine Interessen sind seit dem 14. Lebensjahr eben anders geworden.

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  6. Servus Stine!
    Ich finde auch, dass du zu einem interessanteren Magazin wechseln solltest! So einen Schwachsinn hab ich ja noch nie gelesen . . .
    Ich verschenke gerne DIY und freue mich auch darüber, welches geschenkt zu bekommen.
    In diesem Sinne wünsche ich dir viele Ideen im kommenden Jahr, ich freue mich immer darauf, deine DIY bewundern zu können!
    Ganz herzliche Grüße
    ELFi

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  7. Hallo,
    was schreibt die denn für einen Schmarren! Ich lese die Cosmopolitan nicht mal im Wartezimmer oder beim Friseur...da liege ich wohl auch genau richtig! Wenn ich was so überhaupt nicht mag, dann wenn solche Artikeln Frauen sagen, was sie zu denken haben und was Emanzipation ist. Wenn meine Emanzipation davon abhängen würde, ob ich gerne Selbstgemachtes mag (sowohl als Schenker, als auch als Beschenkte)...na da wär ich arm dran...
    DIY hat Herz...was soll daran verkehrt sein?!?!
    Werd hier wieder vorbei schauen, denn die Meinungen interessieren mich...obwohl, die Leser DEINES Blogs...hhmhm...du weißt schon ;-)))...die würden ja wohl kaum hier landen...
    Liebe Grüße...Silke-Lara

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  8. noch ein nachtrag...ich geh davon aus, dass jedes DIY-Geschenk passend und individuell ausgesucht wird und zum Besckenkten passt...versteht sich doch von selbst...wenn man sich gedanken um den andren macht...das isses doch...
    Silke-Lara

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  9. DIY hat Herz...ach Silke, das hast Du so schön gesagt. Genauso ist es.
    Und weil viel Herz in den DIYs steckt, kann ich mich auch nur schwer davon wieder trennen. Mein Großvater macht sehr gerne Laubsägearbeiten, besonders zur Weihnachtszeit. Jedes Jahr gibt es neue Rentiere, Schnee- und Weihnachtsmänner, niedliche Eichhörnchen, kleine Engel und vieles, vieles mehr. Es füllt einen kompletten Kleiderschrank im Keller und mir ist das eigentlich viel zu viel. Aber ich kann es auch nicht wegwerfen, denn das hat mein Großvater mit viel Liebe gebastelt und irgendwie hätte ich das Gefühl, den Kindern etwas wegzunehmen. Auftragsarbeiten nimmt er leider nicht an, denn ich hätte einige Ideen, was ich haben möchte. So gibt es bald wieder ein Paket mit neuer Weihnachtsdeko. Aber sobald ein Kind auszieht, gibt es einen großen Karton mit Weihnachtsdeko auf den Weg...

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  10. Liebe Stine,
    ich kann nur sagen: DIY ist klasse. Oft mit einfachen Dingen umzusetzen und die Arbeit/Zeit dahinter ist doch das eigentlich wertvolle. Klar, ein Diamantring kommt bei vielen besser an, aber ich stehe auf kleine, feine Dinge, womit sich der Verschenkende einen Kopf gemacht hat. Klar, wenn man die Person, der man eine Freude machen möchte, nicht so gut kennt, kann das evtl. in die Hose gehen und da ist was anderes vielleicht dann doch die bessere Wahl. Ich tendiere trotzdem zu DIY und wird bei mir immer sehr geschätzt.
    Liebe Grüße von Stine

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    1. Stimmt, so ein Diamantring ist nicht zu unterschätzen. Den kann man ja auch nett in ein kleines DIY einbauen :-)
      Ein Arbeitskollege bekam mal einen Betonklotz geschenkt. 50x50cm. Darin war ein gelbes Ü-Ei einbetoniert und darin der Gutschein für eine Kreuzfahrt. Er musste es erst frei meisseln.

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  11. Liebe Stine,
    da kann ich nur lächeln, gerade selbstgemachtes lässt mein Herz höher schlagen.
    In die Stadt rennen und irgend etwas fertiges kaufen kann doch jeder.
    Ausserdem Handwerkskunst ist doch auch DIY, oder ?
    Also Frau Julia Rotherbl wie gut das Sie nicht meine Freundin sind !
    Liebe Grüße,
    Andrea

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  13. Meine Lieben,

    man muss wissen, dass alle diese Hochglanzmagazine vor allem von den Anzeigenkunden leben. Und diese wollen natürlich möglichst viele und teure Artikel verkaufen. Punkt! DIY ist da natürlich eine böse Konkurrenz - und dann wird das liebevolle Schenken von Selbstgemachtem einfach als uncool gebrandmarkt. Die Redakteurin schreibt, was die Magazinlinie vorgibt, Platz für eigene Meinungen gibt es da nicht.

    Ich - und viele viele andere - finde selbstgemachte Geschenke wundervoll. Die Kinderbasteleien stehen bei mir immer herum, auch die weniger gelungenen, allerdings nicht ewig. Nach einiger Zeit werden sie fotografiert und dem Wertstoffmüll zugeführt.

    Selbermachen hat viel mit Wertschätzung zu tun - und spart oft auch richtig viel Geld. In der heutigen Zeit zwei wichtige Punkte.

    Mit liebem Gruß
    Marie (die noch etliches für Weihnachten fertig machen (nicht kaufen!) muss!)

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  14. Zeitschriften dieser Art (Auch die männlichen Pendants) versuchen zu erreichen, dass sich das Publikum "minderwertig" fühlt und unbedingt den Empfehlungen folgen soll (aka Kram kaufen, den man nicht braucht). Dadurch soll sich dann wohl das Gefühl des "Ich gehöre dazu" einstellen.

    Etwas selbst Basteln widerspricht dieser Pseudo-Elite. Genau wie die diversen Schauspielerinnen und Models, die dünn wie nichts sind und sich mit Burgen, Pizza und Co. ablichten lassen (Schon mal gesehen, wie auch eine gekaut hätte? Ich nicht.).

    Und zu guter Letzt glaube ich auch, dass dahinter der Wunsch nach Werbekunden steht. Welches Unternehmen sollte in einer Zeitschrift für hochpreisige Produkte werben, die gleichzeitig Diy als Alternative propagiert.

    Das ist übrigens bei Zeitschriften wie Men's Health genau das selbe :-) Da wird dann halt empfohlen, was man dem "Zielweibchen" schenken soll, um sie ins Bett zu kriegen - Und Selbstgebasteltes scheint in dieser Liste nicht allzu weit oben zu stehen...

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    1. Ihr habt mir die Sicht, in Bezug auf den Artikel in der Cosmopolitan, etwas erweitert. Ihr habt völlig recht. Hochglanzmagazine möchten ihre Anzeigen für teure Luxusartikel verkaufen und da kommt ein Bericht, über einen wundervollen, selbstgestrickten Schal, natürlich blöd. Wenn man doch einen ähnlichen Schal ab 250 € aufwärts auch von einem Designerlabel bekommen kann.
      Aber schön, dass wir alle eine ähnliche Meinung haben. Wir freuen uns über Selbstgemachtes und verschenken genauso gerne so etwas.

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