Sonntag, 15. September 2013

Vom Apfel zum Saft




Das ist unser Apfelbaum. Wir haben ihn vom Vorgänger übernommen. Jedes Jahr fielen alle Äpfel im Herbst auf den Rasen und gammelten da vor sich hin. Denn leider wollte die Früchte niemand essen, da sie ziemlich sauer sind. Und Apfelmus mögen wir alle nicht.
Aber dieses Jahr wollten wir aus den Äpfeln Saft* machen.

*eigentlich wollten wir Wein, aber durch ein zufälliges Telefonat mit meinem Vater erfuhren wir, dass Wein nur aus gepresstem Saft funktioniert. Da hatten wir aber schon 5 kg Äpfel im Dampfentsafter.








Die Äpfel sind relativ groß. Und wie jetzt für den Dampfentsafter vorbereiten? Den hatte ich mir übrigens von meiner Nachbarin geliehen. So ein richtig schöner Aluminiumentsafter, den ich auch noch von meiner Oma kenne.
Zuerst habe ich die Äpfel gewaschen, geviertelt, entkernt und klein geschnitten. In den Fruchtkorb passen aber 5kg Äpfel und das hat ziemlich lange gedauert. Bis ich mir überlegte, dass es dem Entsafter doch eigentlich egal sein muss, ob da noch Kerne und Gehäuse dabei sind.
Ab dann habe ich die Äpfel nur noch halbiert und wie eine Zwiebel in Stücke geschnitten.










Zum Glück gab es eine Bedienungsanleitung für den Saftborn.
Ich habe auch interessante Sachen erfahren über das Entsaften: der Wasserdampf bringt die Zellwände der Frucht zum Platzen und entzieht den Saft.









Wir* haben den Fruchtkorb bis oben gefüllt, Deckel drauf, Herd angestellt und gewartet. Und gewartet. 20 Minuten passierte nichts, aber dann tröpfelte es los. Irgendwie hatte ich einen dicken Strahl gelbgoldenen Saftes erwartet, aber mehr als ein Rinnsal kam leider nicht. Die angegebene Kochzeit von 50-60 Minuten haben wir deutlich überschritten, da immer noch Saft kam.

*Irgendwann musste der Gatte helfen. Einer der letzten Versuche seinerseits mir mit einem Küchenmesser zu helfen, endete mit einem glatten Schnitt in einen Finger, viel Blut, viel Aufsehen und die Unfähigkeit** ein Pflaster aufzukleben. Und auch diesmal hat er sich wieder geschnitten. The same procedure as every time.

** "Wozu habe ich denn eine Krankenschwester geheiratet?"






Und das ist die Ausbeute: 1,4 l absoluter Biosaft. Naturtrüb. Vor allem ohne Zucker und der Witz ist, dass der Saft süß ist und die Äpfel nicht.
Äpfel von unserem Apfelbaum ergeben aus 5 kg ca 1,4 l Apfelsaft. Arbeitsaufwand vom Ernten bis zum Trinken des abgekühlten Saftes: ca 3 Stunden.
Ein Liter naturtrüber Bioapfelsaft kostet im Handel ca 1,50 €.

Ja das sagt leider schon sehr viel. Aber es war ein schöner Familiensonntag. Die Kleine hat ihrem Vater beim Ernten geholfen. Die Große hat auch beim Schneiden geholfen. Und wir sind unheimlich stolz auf unser Erzeugnis.






Anmerkung vom 06/04/2014:

Wir hatten den Saft dann tatsächlich noch zu Wein angesetzt und haben ihn heute probiert:







Er ist fürchterlich süß und nur leicht alkoholisch. Schmeckt so ein bißchen nach Federweißer oder Cidre. Also nicht ganz so mein Ding. Aber konnte ja auch schlecht erwarten, dass aus Äpfeln ein Chardonnay wird.

1 Kommentar:

  1. 5 kg Äpfel und nur so "wenig" Saft ist schon ganz schön bitter (Nein, kein Wortspiel :-))

    Das Nervige an Schnitten im Finger ist ja, dass es ewig nicht aufhört, zu bluten - Die Erfahrung durfte ich im letzten Urlaub an einer nicht entgrateten Metallkante machen :-/

    Dafür könnt ihr bei euch _sicher_ sein, dass nur Äpfel drin sind. Bei der Lebensmittelindustrie wartet man ja immer nur auf den nächsten Skandal (Wir wahrscheinlich so etwas sein wie: "Kirschen im Apfelsaft"...

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